Mittwoch, 18. März 2009

Grüne Inseln

Es ist immer der gleiche Platz. Ein dem Südwesten zugeneigter Hügel mit Wald und Wiese. Da gibts' am Waldrand so eine Mulde mit einem steilen kleine Bord zum Waldrand. Liegt man da und schaut noch oben, so liegt man unter den Asten der Bäume. Leider kenne ich die verschiedenen Arten nicht alle. Da im Winter in St.Gallen meist nicht enorm viel Schnee liegt, ist dieser Streifen am Waldrand ganz schnell immer wieder grün. Es ist sozusagen meine grüne Insel. Die zweite nebst Garten, Wald und Wiese um unsere "Villa Hebdifest".
Zurück zum Waldrand. Den Ästen zuschauen, wie sie vor dem knallblauen Himmel tanzen, sehen wie sie allmählich von kleinen grünen Pünktchen übersäht werden die ungesehen zu grünen Schmetterlingen wachsen, einen Sommer lang im Wind tanzen und im Herbst fliegen. Ups, das sind ja schon wieder die Gedanken. Gedankenlos dasitzen, daliegen, d.h. sie einfach ziehen lassen wie die Wolken über den Ästen, mal gelingts mir, mal besser, mal nicht. In der Ferne sieht man einen Teil des Alpsteins, felsenfest steht er da. Die dritte "grüne" Insel.
Es riecht nach Frühling, all die Bakterien und Käferchen in den oberen Erschichten die sich strecken und recken und wieder mit der Arbeit beginnen. Vor allem im Frühling, da staune ich über die Natur, manchmal fast endlos. Was wohl in einem Kind drin vorgeht wenn es das erste mal wahrnimmt, dass alle Blätter vom Baum fallen? Und dann, wenn aus dem scheinbaren Nichts neue wachsen?
Leider haben sie begonnen, einen grossen Teil dieser grünen Oase zu verbauen - schade. Wie wenn der Grundwasserspiegel sinkt, sich die Oase immer mehr der Umgebung angleicht und einfach noch ein paar zähe Grünpflanzen übeleben.
Für mich ist die Natur, das draussen sein in der Natur ein wichtiger Teil im Leben.

Eric Schaffhauser, LG06Ef

Dienstag, 17. März 2009

Der Wald im Frühling

Die Natur erleben

Gestern Nachmittag nahm ich mir vor mit meinem Pferd einen Spaziergang durch den Wald zu machen und dabei die Natur, den Bach und den Wald sehr bewusst wahrzunehmen.
Ein Teil des Waldes ist am Südhang gelegen, ein Teil jedoch am Nordhang. Der Unterschied war sehr gross. Als ich durch den Wald am Südhang ging, stellte ich fest, dass der Frühling schon viele Spuren darin hinterlassen hatte. Der Schnee war geschmolzen, es war warm und ich entdeckte sogar Schlüsselblumen und herumfliegende Insekten. Zudem roch es modrig, irgendwie erinnerte mich auch der Duft nach Frühling. Meine Wahrnehmung liess Frühlingsgefühle aufkommen, ich fühlte mich fröhlich und voller Energie.
Im am Nordhang gelegenen Waldteil, war genau das Gegenteil der Fall. Es lag Schnee auf dem Weg und zwischen den Bäumen, es roch nach Schnee und es war auch sehr kalt. In diesem Teil des Waldes fühlte ich mich zurückversetzt in den tiefsten Winter, was in mir ein eher unglückliches, träges Gefühl auslöste.

Ich finde es sehr spannend, mir vorzustellen, dass ich Teil der Natur bin. Die Natur beeinflusst mein Lebensstil und mein körperliches und geistiges Befinden. Für mich ist es wichtig, so zu leben, dass die Natur möglichst so erhalten bleiben kann, wie ich sie heute kenne.

Montag, 16. März 2009

Zeit für mich und die Natur

Ein kleines Anzeichen von Frühjahrsmüdigkeit habe ich in Lebensenergie und Freude am Leben umgewandelt idem ich mich gedanken- und ziellos in der Natur aufgehalten habe. Als Quell der neu gewonnenen Kraft diente ein Wald, welcher am Fusse der drei Schwestern in meinem Wohnort liegt. Ich kenne diesen Wald gut, oft bin ich Gast um den Nadelbäumen das austretende Harz abzunehmen um es dann anschliessend zu Weihrauch zu verarbeiten. Diesmal jedoch kam ich, um etwas anderes mitzunehmen: Kraft!
Mein Ziel war es, so langsam und mit so wenig Gedanken wie möglich im Kopf durch diesen Wald zu schreiten und mal zu schauen, was so passiert.
Der Wald liegt zu Fuss eine gute halbe Stunde vom Dorfkern entfernt. Schon dieser Fussmarsch ist spannend. Man entfernt sich vom Lärm, von Technik und Fortschritt und taucht ein in eine grüne Welt, welche vor 100 Jahren genau so ausgesehen hätte wie heute. Bäume kennen keinen Fortschritt, kein Internet, kein web 2.0, keine virtuellen plattformen. Oder wurden Sie kürzlich von der Fichte zum Blogen eingeladen?
So schritt ich also durch den Wald und habe den herrlichen Duft von Harz und nassem Waldboden eingeatmet und hörte wie der Boden unter den Füssen bei jedem Schritt, den ich machte, eine Antwort gab. (Tipp von mir: Waldspaziergang barfuss durchführen, spitzenmässig!)
Im Wald ist ständig schatten. Jedoch spendet ein Wald nicht denselben Schatten, wie es etwa ein Hochhaus macht. Der Waldschatten ist anders. Hebt man den Blick, fällt die Sonne durch tausende von Nadeln auf die Netzhaut und verursacht ein wunderschönes Lichtspiel.
Irgendwann beendete ich meinen Meditationslauf durch den Wald und näherte mich wieder dem, was mich als Menschen eben auch ausmacht: webmail, Bachelorarbeit und Instrumentalunterricht vorbereiten.
Nichtsdestotrotz war es ein weiteres tolles Erlebnis, welches mich als Teil dieser grossen Kugel Erde (und auch als deren Mitgestalter) zurückliess.

Donnerstag, 12. März 2009

Achtsam achtsam sein

Hmm, also an der Aufgabe dieser Woche habe ich mir fast die Zähne ausgebissen - achtsam natürlich, denn die Nächsten wären die Dritten.
Verträgt sich eigentlich Achtseimkeit mit Spass - oder ist der immmer oberflächlich - hat Achtsamkeit immer Tiefgang? Auch wenn ich achte keinen Lärm zu veranstalten und keine Spuren zu hinterlassen?
Beim Lesen des Auftrages kam mir spontan in den Sinn, dass ich aus meiner Sicht schon achtsam sei. Der Zusammenhang zur nachhaltigen Zukunft war mir noch nicht ganz klar.
Ich habe das Gefühl, ohnehin achtsam zu sein. Doch ist das wirklich so?
So folgte ich dem Pfad - achtsam sein ob ich achtsam bin.
Was heisst achtsam sein? Bei etwas verweilen, sich einlassen, eine Verbindung eingehen?
Und das Gegenteil? Zerstreut sein, ablenken lassen, nicht wahrnehmen?
Was ist für mich achtsam, was normal und - wie sehen das die anderen?
Nach einem Spaziergang den Weg nochmals durchgehen - achtsam für das was ich nicht gesehen, nicht wahrgenommen, nicht geachtet habe, bzw. für die Momente wo ich vom einen zum andern gehüpft bin. Nach dem Gespräch im Treppenhaus dem Gespräch noch einmal gelauscht - achtsam für das was ich nicht gehört, nicht gesagt, nicht getan und nicht gesehen habe, bzw. für die Momente wo ich dachte dieses und jenes auch noch schnell sagen zu müssen. Nach dem Einkaufen noch einmal durch den Laden gegangen - achtsam für das was ich trotz Hintergrundwissen, auch wenn ich es nicht brauche, noch schnell bei der Kasse, wegen der Aktion, ..., gekauft habe; achtsam für die Gedanken gegenüber "komplizierten" Kunden, "langsamen" Kunden, "hetzenden" Kunden, "rücksichtslosen" Kunden, dem der die Lebensmittel in den Korb schmeisst, der "unfreundlichen" Kassiererin, dem "rasenden" Autofahrer, dem "ruppigen" Buschauffeur, ....
Nach dem Tag noch einmal durch den Tag gegangen - achtsam für das was ich von mir gedacht, für mich getan habe, bzw. warum ich all das und nicht weniger dafür achtsamer getan habe.
Ich denke achtsam sein heisst auch offen sein, wahrnehmen und dies ohne zu werten.

Eric Schaffhauser, LG06Ef

Die Achtsamkeit und ich

Schon vor ca. zwei Jahren ist mir das Buch von Thich Nathan (weiss nicht mehr recht, wie man den Namen schreibt) in die Hände gefallen. Er ist ein buddhistischer Mönch, der sehr viel über die Achtsamkeit schreibt.

Was mir heute noch von diesem Buch in Erinnerung ist, ist das achtsame Essen. Es sei wichtig, während dem Essen nicht noch Zeitung zu lesen oder an etwas anderem herum zu studieren. Man solle sich auf das Essen konzentrieren und sich auch bewusst sein, woher das Essen kommt und wer dazu beigetragen hat, damit man dieses Essen überhaupt gekocht auf dem Tisch hat.

Ich habe mich diese Woche vorgenommen, achtsam zu essen. Es ist mir aufgefallen, wenn man sich beim Essen wirklich auf das Essen konzentriert, man danach irgendwie freier ist. Ich weiss nicht, ob "frei" das richtige Wort ist. Es ist schwierig, den Zustand in Worten zu fassen.

Im Buch "Das dritte Ohr" habe ich ein Kapitel über das achtsame hören gelesen. Auch dies habe ich in dieser Woche ausprobiert:
Ich habe mich in die Natur gesetzt und mich nur auf die Geräusche konzentriert. Ich habe nur über das Ohr wahrgenommen. Und wieder hatte ich nach dieser Übung dieses unbeschreibbare Gefühl.

Das Gleiche geschah, nach dem achtsamen gehen, nach dem achtsamen musizieren usw. Ich folgere daraus, dass Achtsamkeit einem hilft, zu sich selber zu finden. In dieser stressreichen Zeit ist es sicherlich sinnvoll, zwischendurch achtsam zu sein. Denn Nichts-Machen hilft, wieder mehr zu machen.

Dienstag, 10. März 2009

Vom Zettel zur Achstamkeit

Vom Zettel zur Achtsamkeit

Lange habe ich mir überlegt, wo ich meinen Post-it Zettel hinkleben soll. Schlussendlich habe ich mich dann für das Fenster bei meinem Pult entschieden.
Anfangs war ich etwas unschlüssig, auf was ich nun meine Achtsamkeit lenken soll. Jedes Mal, wenn ich mich wieder an den Pult setzte, überlegte ich mir zu einem anderen Gegenstand, in welchem System er hergestellt wurde. So überlegte ich mir, ob die Miene meines Bleistifts durch Kinderarbeit abgebaut wurde oder welchen Arbeitsbedingungen die Fabrikangestellten, die mein Notebooks hergestellt haben, unterworfen sind.
Bei allen Gegenständen kam ich jedoch zum Fazit, dass die ganzen Systeme in welchen sich die Dinge, bis sie auf meinem Pult landeten, sehr komplex sind. Trotzdem ist es sehr spannend, sich diese Gedanken immer wieder zu machen.
Es ist schwierig genaueres über die Herstellung der einzelnen Bestandteile und über die Arbeitsbedingungen, unter welchen sie hergestellt wurden, zu erfahren. Zudem sind die Zusammenhänge so komplex, da so viele Komponenten am System mitbeteiligt.

Auch meinen Umgang Strom und Wasser habe ich schon seit längerer Zeit beachtet. Ich achte darauf, das Licht zu löschen, weniger Wasser zu brauchen und auch in anderen Bereichen weniger Strom zu verbrauchen. Dies gelingt mir ziemlich gut und ich werde auch in Zukunft weiterhin darauf achten.

vom achtsamen Wahrnehmen...

Diese Woche habe ich mir einige Dinge, welche ich bewusst wahrgenommen habe, festgehalten:

Zum Beispiel war es faszinierend am Montag dem wilden Schneetreiben rund um die PHSG zuzuschauen. Wie sich doch die Flocken ohne klar vorgeschriebene Bahn, nur durch den Wind gelenkt, ihren Weg zur Erde bahnten.
Es ist mir aufgefallen (und fällt mir mit jedem Tag deutlicher auf), dass die Tage nun definitiv wieder länger dauern. Am Morgen ist es meist schon hell, wenn ich aufstehe und auf dem Weg zu Schule sind gar vereinzelt singende und zwitschernde Vögel zu hören - wohl begrüssen auch sie den Frühling.
Ich habe Dinge, welche ich sonst ohne gross nachzudenken gemacht habe, mit mehr Ernsthaftigkeit gemacht. Zum Beispiel das Nichtstun. Ich habe mir bewusst Zeit genommen um nichts zu tun. Das ist gar nicht so leicht. Wir Menschen neigen dazu immer und überall etwas tun zu wollen, da uns sonst langweilig werden könnte oder unser Leben gar sinnlos werden könnte.
Wahrgenommen habe ich auch die Musik in meinem Alltag. Das mach ich immer so. Nur habe ich diese Woche darauf geachtet, wie sie auf mich wirkt. Gerade nach dem Orgelüben war ich spürbar beruhigter und ausgeglichener. Die Melodien - vor allem aus der kirchlichen Literatur - wirken durchaus beruhigend auf den Menschen.
Gegenüber von der Wohnung, in welcher ich mit meiner Mitbewohnerin wohne, wird gebaut. Schon seit längerem entsteht dort eine Wohnanlage. Am Morgen haben wir uns beim Vorbeigehen über den Fortschritt des Hausbaus unterhalten und überlegten uns, was wohl die nächsten Schritte sein könnten. Total spannend, so eine Baustelle!

Ist es nicht total faszinierend und verblüffend, wie schnell sich das Wetter ändern kann. Noch vor einer halben Stunde konnte ich von meinem Zimmer aus ein wildes Schneetreiben beobachten und nun schein mir schon wieder ein Sonnestrahl durch die Wolkendecke ins Gesicht.

Wow...heute gab es sogar eine gratis Klangperformance im Kreuzgang. Da habe ich die Ohren gross gemacht, die singenden Menschen wahrgenommen und bin einfach nur gewesen...

Samstag, 7. März 2009

Rückmeldung nach 3 Runden

Liebe Blog-Gruppe
In der ersten Runde haben Sie sich mit Ihrem ökologischen Fussabdruck beschäftigt. Fairerweise veröffentliche ich auch meine Daten: 1,9 Planeten, CO2-Anteil: 7,3 t. Im Gegensatz zu anderen Gruppen entsprachen Ihre Werte eher den eigenen Erwartungen, d.h. dass Sie sich schon sehr bewusst nachhaltig verhalten. Dass es aber sicher noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt, haben Sie mit Ihren Einsparungsvorschlägen gezeigt.
In der zweiten Runde haben Sie aus vielen Meldungen in den Medien zum Thema Nachhaltigkeit auswählen können. An Informationen dazu fehlt es also nicht. Schade nur, dass zwei der Gruppe nur die Meldungen aufgelistet, aber keine Reflexion dazu geschrieben haben.
Der Weg und die Beteiligten bei der Herstellung der von Ihnen aufgeführten Produkte (wie Schuhe, Schlagzeug, Schokolade oder Kiwi) hat Ihnen in der dritten Runde sicher gezeigt, wie vernetzt die Produktion heute ist, auch wenn die Produkte wie z.B. Kiwis sogar aus der Schweiz selber stammen. Auch wenn die Produktion vor allem den Rohstoffherstellern am wenigsten nützt, so bringt ein Boykott solcher Waren doch meist keine echte Lösung der Probleme.
Ich bin gespannt auf Ihre weiteren Posts.
C. Stucky

Donnerstag, 5. März 2009

Kiwis aus der Schweiz

Kiwi aus der Schweiz

Heute Abend als ich nach Hause kam, lagen auf dem Tisch Kiwis, die meine Mama gekauft hatte. Ich schaute sie mir an und stellte verwundert fest, dass sie aus der Schweiz stammen. Bis anhin habe ich immer gedacht, dass Kiwis nur aus Neuseeland, Italien, Israel oder Spanien kommen. Aus diesem Grund, kaufte ich eigentlich sehr selten Kiwis.

Nun finde ich es schön, mir zu überlegen, wie nun diese Kiwis, die meine Mama gekauft hat, zu uns in die Küche gekommen sind.
Ich nehme nun an, dass der Kiwibaum, von welchem die Kiwis stammen, im Tessin oder im Vallis von einem Bauer vor einigen Jahren angepflanzt wurde. Letzten Frühling trug er Blüten, woraus im Verlaufe des Sommers die Kiwis reiften. Die Kiwis wurden im Herbst vom Bauer oder seinen Arbeitern geerntet und gelagert. Vom Bauern wird verlangt, dass er über den Anbau und die Ernte der Kiwis Bescheid weiss und dass er weiss, wie die Kiwis gelagert werden.
Während des Lagerns, können die Kiwis noch vollständig ausreifen, werden später verladen und wahrscheinlich mit einem Lastwagen in eine Lagerhalle gebracht, wo die Kiwis in die Endverpackung gelangen. Von dort aus werden die Kiwis weiter mit Lastwagen in die Migros gebracht, wo meine Mutter sie dann auch gekauft hat.
Vom Geld, dass sie bezahlen muss, geht bestimmt sehr wenig an den Bauern, der die Kiwis angepflanzt hat. Das meiste Geld geht für die Verpackung und den Transport drauf und auch die Migros verdient noch etwas daran. Der Schweizerbauer, welcher die Kiwis angepflanzt hat, verdient jedoch bestimmt mehr, als ein französischer „Kiwibauer“.

Montag, 2. März 2009

Die kleine Kugel aus der grossen Welt

Eben gerade habe ich eine Lindorkugel genossen. Lindt & Sprüngli AG ist eine Schweizer Firma, also kommt die Schokolade von der Schweiz und damit gibt es sicherlich gute Arbeitsbedingungen bei dieser Firma.

Was auf den ersten Blick sehr schön aussieht, sieht nach spätestens dem zweiten Blick anders aus. Denn woher kommt die Schokolade? Aus der Schweiz?
Schokolade wird bekanntlich aus Kakaobohnen hergestellt. Diese kommen gemäss EVB (Erklärung von Bern: www.evb.ch) zu 60% aus Westafrika. 40% der gesamten Kakaobohnen sind aus der Elfenbeinküste. 20% stammt aus Ghana. Die restlichen 40% teilen sich Nigeria, Kamerun, Indonesien, Malaysien, Brasilien und Ecuador.
Gemäss einer Studie arbeiten in Westafrika 250'000 Kinder auf Kakaoplantagen.
Interessant ist, dass über 95% aller Schokolade auf der Nordhalbkugel verspeist wird. Die Länder, bei denen die Kakaobohnen wachsen und ihre Nachbarländer haben also weniger als 5% der Schokolade zur Verfügung.

Zurück zu meiner Lindorkugel. Auf der Seite der EVB wird auch die Firma Lindt & Sprüngli AG beschrieben. Der Konsum-Kakao komme aus Ghana und der Edel-Kakao aus Madagaskar, Mittelamerika und aus der Karibik.
Die Firma beteiligt sich finanziell an Projekten der World Cacao Foundation, am Sustainable Tree Crop Program und an anderen Projekten. Ich finde, das tönt nicht schlecht.
EVB schreibt aber in einem Kommentar, dass die Projekte, an denen sich Lindt & Sprüngli beteiligt, die Kinderarbeit nicht nachhaltig lösen könnten. Man brauche Auswirkungen auf die niedrigen und fluktuierenden Weltmarktpreise, denn diese seien die Wurzel des Problems.

Soll ich denn jetzt auf Schokolade verzichten? Die EVB rät, dies nicht zu tun. Man solle weiterhin Schokolade essen, damit man die Produzenten im Süden unterstützt. Was ratsam ist, sind Bio- und Fairtradeprodukte zu bevorzugen.

Vom Rohstoff zum Instrument

Als begnadeter Schlagzeuger möchte ich den Weg von den Rohstoffen bis zum fertigen Instrument, welches dann im Probezimmer, Studio oder auf der Bühne steht, verfolgen.

Mehrheitlich in Handarbeit hergestellt, werden für ein Schlagzeug, standardmässig bestehend aus fünf Trommeln mit diversen Beschlägen und Stativen, Fellen und Aufhängungen diverse Rohstoffe verwendet.

ROHSTOFFE
  • Holz (verwendet für die Herstellung der Trommelkessel)
  • Stahl (verwendet für die Herstellung Beschläge)
  • Erdöl (verwendet für die Herstellung der Felle)
PRODUKTIONSSCHRITTE

1) Holz- und Waldwirtschaft

Ein grosser amerikanischer Hersteller verwendet für seine Instrumente Holz aus den Wäldern des Nordosten von Amerika. Das Holz wird geschlagen, gesägt und per LKW zum Werk transportiert. Diese Waldwirtschaft braucht verschiedenste ARBEITSKRÄFTE:
  • Forstwartingenieur und Förster (--> welche wiederum Werkzeuge und Maschinen verwenden, die von weiteren Arbeitskräften hergestellt werden)
  • Sägerei (--> Arbeitskräfte, Maschineningenieur)
  • Transportfirma (--> in welcher wiederum ein Spediteur arbeitet und die Fahrten koordiniert)
  • LKW-Fahrer
2) Holzverarbeitung in der Firma

Die Holzfurniere werden in der Schlagzeugfabrik zu mehreren Schichten verleimt. Anschliessend werden die verleimten Furniere zu einem Kessel gebogen. Im nächsten Schritt werden die Kessel lackiert und anschliessend die Beschläge angebracht. Diese wurden in einer anderen Fabrik aus Stahl hergestellt. Für diese Arbeitsschritte werden folgende ARBEITSKRÄFTE benötigt:
  • Arbeitskräfte, welche die Furniere verleimen
  • Designer / Designerinnen für Lackierung und Beschläge
  • Stahlarbeiter / Stahlarbeiterinnen
3) Verteilung an Händler

Die Fabrik verschickt die Instrumente an Händler und Musikhäuser auf der ganzen Welt. Von Amerika aus geht es per Schiff und Flugzeug nach Europa, Asien, Südamerika, Australien und Afrika. ARBEITSKRÄFTE:
  • Spediteur / Spediteurin
  • Kapitän/ Kapitänin, Pilot / Pilotin
  • LKW-Fahrer/in
4) Verkauf im Laden

Im Musikfachhandel kann ich das Instrument erwerben. Dazu ist natürlich Personal (Fachverkäufer/in, Buchhalter/in, Putzmann / Putzfrau) nötig.

Sonntag, 1. März 2009

Nur ein Schuh

Ich wähle einen meiner Lieblingsschuhe, einen Treckingschuh mit textilem Aussenmaterial, Gore-Tex-Membrane und Gummisohle.
Damit mein Fuss nicht nass wird, haben sicher Ingenieure fleissig geforscht bis Gore-Tex in der Kleidungsproduktion eingesetzt werden konnte. Den administrativen Aufwand dazu haben Büroangestellte geleistet. Gore-Tex besteht aus Polytetrafluorethylen PTFE und dieses wird auf der Basis von Propen und Ethen hergestellt, Gase die aus Benzin gewonnen werden können. Also haben Bohrarbeiter für meinen Schuh gearbeitet, sowie wieder die Ingenieure die das ganze drum und dran um Bohrinseln entwickelt haben, und die Arbeiter die die Bohrinsel gebaut haben. Jetzt wirds langsam kompliziert. Neue Aufstellung.

Gore-Tex
-Materialentwickler und Büroangestellte
-Bohrinsel mit Arbeitern, Ingenieure für Bohrinsel, Schiffsmannschaft, Banzin-Raffinerie mit allem drum und dran
-Chemiefirma die PTFE herstellt
-Firma die Gore-Tex-Membran herstellt.
-Entsorgungsfirma für die Giftstoffe der Produktion

Textil
-Baumwollplantage mit Arbeitern und Administration (Samen gewinnen, anbauen, pflücken, waschen, verpacken, etc.)
-Transport (Logistik, verladen, fahren, umschlagen, etc.)
-Garnherstellung (--> auch wieder Maschinen entwickeln)
-Stoffherstellung (--> auch wieder Maschinen entwickeln)
-Stoffverarbeitung bzw. Schuh nähen (--> auch wieder Maschinen entwickeln)

Sohle
-Materialentwickler und Büroangestellte
-Test der Prototypen (--> auch wieder Maschinen entwickeln)
-Bohrinsel mit Arbeitern, Ingenieure für Bohrinsel, Schiffsmannschaft, Öl-Raffinerie mit allem drum und dran
-Chemiefirma die Kunststoff herstellt (--> auch wieder Maschinen entwickeln)
-Spritzen der Sohleschichten, Zusammenkleben der Sohleschichten

Schuh
-Entwicklung Fussbett, Design,
-Test der Prototypen
-Schuh zusammennähen und -kleben
-Schuhschachtel --> Karton: Forstarbeiter, Papierindustrie, Package-Design, Farbherstellung: Farbpulver, Maschinenentwicklung, etc.

Import
-Transport
-Händler

Verkauf
-Einkäufer
-Verkäufer
-Leute die den Laden gebaut haben (Architekt, Maurer, etc.)
-Putzfrau
-Geldherstellung

So, hier stoppe ich. Die Liste ist bestimmt nicht abschliessend. Viele davon haben direkt dazu beigetragen, für das indirekte Mitarbeiten ufert die Liste schlicht aus und dies nur für einen Schuh. Überall dort wo noch Maschinen involviert sind, zieht es eine riesige Liste von Zweit-Dritt-Viert-Lieferanten nach.
Mein Beitrag? Ich habe ihn gekauft und dafür Geld gegeben. Hier bin ich gleichzeitig die einzige Beziehung eingegangen, die zur Verkäuferin - 2 Minuten. Aber wenn ich mir den ganzen Prozess so bewusst überlege, dann bin ich allen dankbar die da mitgearbeitet haben - für MEINEN Schuh.

Eric Schaffhauser, LG06Ef