Ein kleines Anzeichen von Frühjahrsmüdigkeit habe ich in Lebensenergie und Freude am Leben umgewandelt idem ich mich gedanken- und ziellos in der Natur aufgehalten habe. Als Quell der neu gewonnenen Kraft diente ein Wald, welcher am Fusse der drei Schwestern in meinem Wohnort liegt. Ich kenne diesen Wald gut, oft bin ich Gast um den Nadelbäumen das austretende Harz abzunehmen um es dann anschliessend zu Weihrauch zu verarbeiten. Diesmal jedoch kam ich, um etwas anderes mitzunehmen: Kraft!
Mein Ziel war es, so langsam und mit so wenig Gedanken wie möglich im Kopf durch diesen Wald zu schreiten und mal zu schauen, was so passiert.
Der Wald liegt zu Fuss eine gute halbe Stunde vom Dorfkern entfernt. Schon dieser Fussmarsch ist spannend. Man entfernt sich vom Lärm, von Technik und Fortschritt und taucht ein in eine grüne Welt, welche vor 100 Jahren genau so ausgesehen hätte wie heute. Bäume kennen keinen Fortschritt, kein Internet, kein web 2.0, keine virtuellen plattformen. Oder wurden Sie kürzlich von der Fichte zum Blogen eingeladen?
So schritt ich also durch den Wald und habe den herrlichen Duft von Harz und nassem Waldboden eingeatmet und hörte wie der Boden unter den Füssen bei jedem Schritt, den ich machte, eine Antwort gab. (Tipp von mir: Waldspaziergang barfuss durchführen, spitzenmässig!)
Im Wald ist ständig schatten. Jedoch spendet ein Wald nicht denselben Schatten, wie es etwa ein Hochhaus macht. Der Waldschatten ist anders. Hebt man den Blick, fällt die Sonne durch tausende von Nadeln auf die Netzhaut und verursacht ein wunderschönes Lichtspiel.
Irgendwann beendete ich meinen Meditationslauf durch den Wald und näherte mich wieder dem, was mich als Menschen eben auch ausmacht: webmail, Bachelorarbeit und Instrumentalunterricht vorbereiten.
Nichtsdestotrotz war es ein weiteres tolles Erlebnis, welches mich als Teil dieser grossen Kugel Erde (und auch als deren Mitgestalter) zurückliess.
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Lieber Marco!
AntwortenLöschenEin sehr schöner Text, den du da geschrieben hast.. war richtig wohltuend ihn zu lesen:-)
Der Wald bleibt immer gleicht, natürlich vorausgestzt der Mensch verändert nichts an ihm.. ist das nicht faszinierend?ich habe mir schon oft überlegt, was wohle ein Baum schon alles gesehen und miterlebt hat. tausende von jahren steht er am selben Ort und ist Zeuge der menschlichen Geschichte. Schade können Bäume nicht sprechen, das wäre bestimmt sehr interessant!
sonnige Grüsse Elisabeth
Hoi Marco
AntwortenLöschenZum Glück gibts noch keine Bäume im Netz, stell dir nur den Stromverbrauch vor, wenn jeder Baum einen Internetanschluss würde wollen...Unmöglich.
Ich denke der Wald hat sich auch verändert, seit so viele Menschen drin herumwutzeln. Schliesslich hat ja fast jeder Wald einen Förster, welcher den Wald aufräumt und gut pflegt. Ohne diese Pflege sähe es wohl noch ein wenig anders aus. Apropos anders aussehen ohne Menschen: Schaut euch mal die Bilder unter folgenden Link an http://www.schweizerfamilie.ch/archiv/ergebnis/article/24726.html. Sie zeigen, wie Zürich ohne jegliche Zivilisation in einigen hundert Jahren aussehen würde. Find ich total beeindruckend und es zeigt wieder mal das es die Natur viel besser hätte ohne uns...
Liebe Grüsse und den Tipp mit dem Barfusslaufen werde ich sobald es noch ein wenig wärmer wird ausprobieren...