Montag, 2. März 2009

Die kleine Kugel aus der grossen Welt

Eben gerade habe ich eine Lindorkugel genossen. Lindt & Sprüngli AG ist eine Schweizer Firma, also kommt die Schokolade von der Schweiz und damit gibt es sicherlich gute Arbeitsbedingungen bei dieser Firma.

Was auf den ersten Blick sehr schön aussieht, sieht nach spätestens dem zweiten Blick anders aus. Denn woher kommt die Schokolade? Aus der Schweiz?
Schokolade wird bekanntlich aus Kakaobohnen hergestellt. Diese kommen gemäss EVB (Erklärung von Bern: www.evb.ch) zu 60% aus Westafrika. 40% der gesamten Kakaobohnen sind aus der Elfenbeinküste. 20% stammt aus Ghana. Die restlichen 40% teilen sich Nigeria, Kamerun, Indonesien, Malaysien, Brasilien und Ecuador.
Gemäss einer Studie arbeiten in Westafrika 250'000 Kinder auf Kakaoplantagen.
Interessant ist, dass über 95% aller Schokolade auf der Nordhalbkugel verspeist wird. Die Länder, bei denen die Kakaobohnen wachsen und ihre Nachbarländer haben also weniger als 5% der Schokolade zur Verfügung.

Zurück zu meiner Lindorkugel. Auf der Seite der EVB wird auch die Firma Lindt & Sprüngli AG beschrieben. Der Konsum-Kakao komme aus Ghana und der Edel-Kakao aus Madagaskar, Mittelamerika und aus der Karibik.
Die Firma beteiligt sich finanziell an Projekten der World Cacao Foundation, am Sustainable Tree Crop Program und an anderen Projekten. Ich finde, das tönt nicht schlecht.
EVB schreibt aber in einem Kommentar, dass die Projekte, an denen sich Lindt & Sprüngli beteiligt, die Kinderarbeit nicht nachhaltig lösen könnten. Man brauche Auswirkungen auf die niedrigen und fluktuierenden Weltmarktpreise, denn diese seien die Wurzel des Problems.

Soll ich denn jetzt auf Schokolade verzichten? Die EVB rät, dies nicht zu tun. Man solle weiterhin Schokolade essen, damit man die Produzenten im Süden unterstützt. Was ratsam ist, sind Bio- und Fairtradeprodukte zu bevorzugen.

4 Kommentare:

  1. Leider habe ich noch keine Bio-Schoggi gefunden, die mir gleich gut mundet wie die konbentionellen. Nähme mich mal wunder wieso. Dafür habe ich, wenn ich mal wieder ein Bio-Zucker-Kakaobohnen-Produkt kaufe ein gutes Gewissen, dass die Menschen die am Anfang der Kette stehen unter besseren Bedingungen arbeiten.
    Eric Schaffhauser, LG06Ef

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  2. Da muss ich Eric zustimmen. Meine Lieblingsschokolade ist ebenfalls keine Bio- oder Fairtrade- Schokolade. Ich muss aber auch ehrlich zugeben, dass ich bis jetzt meine Gedanken beim Kauf der Schokolade und beim Genuss nicht so weit gesponnen habe.
    Dein Text hat mich aber nachdenklich gemacht und werde mich sicherlich beim nächsten Schokoladenkauf an deine Worte erinnern.

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  3. Ich muss Eric leider auch zustimmen...Bioschoggi schmeckt nicht so toll wie Keinebioschoggi. Hm...was macht man da? Weniger Schoggi essen oder sogar keine Schoggi mehr essen? Wie du in deinem Text geschrieben hast, sollte man trotzdem nicht auf den Schoggieinkauf verzichten. Aber man könnte ja mal einen Contest starten: "Welches ist die beste Bio-Schokolade?". Auf jedenfall werde ich mir mal einpaar kaufen, um selber den Vergleich zu machen.

    Grüsse
    Fiona Knellwolf, LG06De

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  4. Lieber Pascal
    Wir haben ja schon über dieses Thema gesprochen, trozdem fand ich es spannen deinen Beitrag zu lesen. Vor allem, weil du noch genau Zahlen und Angaben lieferst.
    Dass man trozdem weiter Schokolade essen soll, obwohl Kinderarbeit dahinter steckt, stimmt mich sehr nachdenkliche. Doch wahrscheinlich hat die EVB schon recht..
    Gruss Elisabeth

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